Der „Papageno-Effekt“: Berichterstattung über Suizide

Der Referent des Suizid-Seminars trägt ein blaues Hemd, dunkles Sakko und steht vor einem schwarzen Hintergrund

Immer noch scheuen sich Journalistinnen und Journalisten über Suizide zu berichten. Sie haben Angst vor Nachahmung, vor dem sogenannten „Werther-Effekt“. Studien der MedUni Wien zeigen allerdings, dass eine entsprechende Berichterstattung über Suizide sogar den gegenteiligen Effekt hervorruft: den „Papageno-Effekt“.

Durch die Berücksichtigung der vom Kriseninterventionszentrum Wien erarbeiteten “Empfehlungen zur Suizidberichterstattung” kann von Journalistinnen und Journalisten ein Beitrag zur Prävention geleistet werden. Im Jahr 2019 nahmen sich in Österreich 1.113 Personen das Leben. Das sind fast dreimal so viele wie im Straßenverkehr umgekommen sind. Ausgehend von Studien zu psychischen Krisen in Zeiten von Covid-19 wird eine Zunahme als Folge der Pandemie befürchtet.

Der Referent des Suizid-Seminars trägt ein blaues Hemd, dunkles Sakko und steht vor einem schwarzen Hintergrund
Referent/in:

Golli Marboe

Datum:

14.4.2023

Ort:

Österreichische Medienakademie (Schottenring 12, 1010 Wien)

Lernen Sie in diesem Seminar:

  • Wie Sie über Suizide berichten, ohne die Würde der Verstorbenen zu verletzen.
  • Wie Sie nicht nur den Tag des Todes, sondern die Biographie der Betroffenen beleuchten können.
  • Wie Sie in sozialen Netzen mit Suiziden umgehen sollen.
  • Wie Sie bei der Berichterstattung die Hinterbliebenen im Kopf haben müssen.
  • Welche Bilder vom Geschehen Sie drehen oder als Fotos bei derartigen Berichten verwenden dürfen.
  • Warum die Berichterstattung zu psychischer Gesundheit und über Suizide kein Tabu sein darf und wie Sie damit sogar Präventionsarbeit leisten können.

Das Seminar richtet sich an:

  • Journalistinnen und Journalisten aller Ressorts und Mediengattungen, denn Suizide kommen in allen Milieus vor.
  • Ressortleiterinnen und Ressortleiter sowie Chefredakteurinnen und Chefredakteure, die Sensibilität in der Suizidberichterstattung aufbauen wollen.
  • Alle, die sich (insbesondere online) im Diskurs mit der jeweiligen Community befinden.
  • Pädagoginnen und Pädagogen.

So läuft das Seminar ab:

  • Golli Marboe (Journalist und selbst Hinterbliebener) berichtet von seinen eigenen Erfahrungen.
  • Sein Vortrag besteht einerseits aus Videos zum Thema, und andererseits aus positiven, wie negativen Beispielen zur Suizidberichterstattung.
  • Dazu gibt es die Möglichkeit zu Fragen und für einen Gedankenaustausch zum Thema.

Datum

14.4.2023

Uhrzeit

9 bis 13.30 Uhr

Anmeldeschluss

30.3.2023

Teilnahmegebühr

79 €, Begünstigte 59 € (Preise inkl. 10% MwSt.)

Referent/in

Golli Marboe (geboren 1965 in Wien) ist Vater von vier Kindern. Er arbeitet als freier Journalist, gestaltet den täglichen Podcast „365 Über Medien Reden“, hält Vorträge zu Medienfragen, verantwortete dreißig Jahre TV-Filme und Dokumentationen für Sender in ganz Europa, unterrichtet an diversen Hochschulen, ist Gründer und Obmann des „Vereins zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien“ (vsum.tv) sowie Mitglied in der Koordinierungsstelle des Gesundheitsministeriums für Suizidprävention SUPRA. 2021 im Residenzverlag erschienen: „Notizen an Tobias“.

Information

Vorbereitung auf den Workshop:

Förderungen:
Für ÖMA-Kurse können unterschiedliche Förderungen beantragt werden. Hier haben wir für Sie eine Übersicht zusammengestellt.

Für Rückfragen:
Steht Ihnen gerne Matthias Führer unter matthias.fuehrer@oema.at oder +43-664-4282591 zur Verfügung.